VANISH - Separated From Today
Power Metal
Label/Kontakt: management@vanish-metal.de
10 Songs (53:52)
Webseite: www.vanish-metal.de
Ein ehrgeiziges Ziel verfolgt die Band VANISH, die 2001 aus der
Heavy-Rock-Band HEARTAWAY hervorgegangen ist: Die Metalwelt aufmischen.
Nun, ob sie diese mit dem aktuellen Werk aufmischen, stelle ich hier mal
in Frage.
Okay, die Produktion ist für eine Eigenregie gar nicht mal so
schlecht. Die Musiker sind technisch auf ihren Instrumenten fit, das
muss man ihnen lassen. Am Gesang werden sich jedoch wahrscheinlich die
ein oder anderen Geister scheiden. Sänger Bastian Rose macht einen
durchaus soliden Job, keine Frage. Doch hier und da übertreiben VANISH
die mehrstimmigen Gesänge etwas, so dass es teilweise richtig nervt,
z.B. „Forsaken“. „Mankind´s Flaw“ hingegen ist ein wirklich gelungenes
Stück, flott, dynamisch und bietet erstklassige Gitarrenarbeit. Bei
„Blind Reflection“ beweist Bastian, dass er eine sehr markante Stimme
hat. Gerade bei Songs, bei denen er nicht in Höhen singen muss, kommen
seine Stärken zu Tage. Vom Arrangement her hätten die Jungs bei „Blind
Reflection“ noch etwas mehr Zeit investieren sollen. Denn leider kommt
die Bass-Linie im Mittelteil ungewollt Laienhaftig daher. Nachdem ich
meine Hoffnungen schon fast als bestätigt sah, mal keinen Happy Metal
hören zu müssen, macht „To The Stars“ eben diesen Hoffnungen den Gar
aus. Na, wer hat hier denn wieder zu viel GAMMA RAY und HELLOWEEN
gehört? Nun gut, wer es mag. Doch die billigen Keyboardpassagen, die
nach dem 80er „Musikladen“ klingen, hätten sich die Jungs ruhig schenken
können. Dass die Keyboards jedoch auch gekonnt eingesetzt werden, kommt
bei „Sign My Name“ heraus. Hier passen die Klänge zu dem Track und
klingen nicht aufgesetzt. Das Stück ist generell eins der stärkeren des
Albums. Anhören! Auch „All Of It Gone“, eine schöne Ballade, sollte als
Anspieltipp herhalten. Nach so viel ruhigen Passagen muss es mal wieder
Krachen. Und das tut es auch. Denn „Secrets“ geht endlich wieder in die
rockige Richtung. Das durchaus progressive Stück erinnert hier und da an
SAVATAGE, SYMPHONY X oder auch ANGEL DUST. Bis zum Mittelteil wird zwar
ganz klar im Mid-Tempo gearbeitet, aber dann wird das Gaspedal endlich
durchgetreten. Coole Nummer. Für mich ist jedoch „Before The Times“ der
eigentliche Höhepunkt des Rundlings, auch wenn hier wieder der
zweistimmige Gesang nervt. Das machen die restlichen Bestandteile aber
wieder wett. Die Up-Tempo-Nummer erinnert teilweise sogar an IRON
MAIDEN. Auch bei „Coming Home“ versuchen VANISH ihre SAVATAGE-Roots zu
verarbeiten. Klingt auch mehr oder weniger Passabel, wobei die Klasse
von SAVATAGE natürlich (noch) nicht erreicht wird. Zum Abschluss hauen
die Jungs mit „Revolution“ noch mal einen richtigen Gassenhauer raus.
Sowie vom Arrangement, gesang- und spielerischen eine richtig starke
Nummer! Diesen Song will ich auf jeden Fall mal live hören.
VANISH werden mit diesem Werk ganz sicher Anklang finden und Leute
auf ihre Seite ziehen. Potential ist durchaus vorhanden und die Jungs
sind auf dem richtigen Weg. Doch „Separated From Today“ ist etwas
unspektakulär geworden, wie leider viele aktuelle Werke aus dem
Power-Metal-Bereich. Eine CD, die man durchaus haben kann, aber nicht
unbedingt haben muss. Bin gespannt auf das nächste Album.
6/10 - von Ingo






