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Vanish (Deutschland) "Separated from today" CD

So bewertet Metalglory
Grundbewertung des Werkes:
Durchschnittlich

Label: Eigenproduktion
Erscheinungsjahr: 2006
Spieldauer: 53:52
Musikstil: Heavy/Power Metal
Musikbeschreibung: Power Metal
Homepage: http://www.vanish-metal.de

Frischer Wind müsse her, wollen uns Vanish erzählen und sehen sich als die neue Generation Power Metals aus süddeutschen Landen. Na ja. Was mir zu Landsleuten aus dem Stuttgarter Raum zuerst einfällt, ist dieser fürchterliche Dialekt, der mich bei jedem Bang Your Head Besuch zur Weißglut bringt. Sänger Bastian erspart uns diesen zum Glück. Sein Englisch kann sich weitestgehend hören lassen, was bei Bands in dem Stadium von Vanish nicht selbstverständlich ist. Auch gesangstechnisch bringt der Mann einiges zustande. Aber schauen wir uns die Band lieber als ganzes an.

Zunächst sticht mir der Schriftzug ins Auge, der irgendwie Black Metal mäßig rüber kommt. Cover und Back Cover würden gut ins Gothic Genre passen, während das Foto im Booklet wohl auf dem Betriebstreffen der Angestellten eines PC Discounters gemacht wurde. Mmh, ich sollte mich wohl nicht zu sehr an Äußerlichkeiten hochziehen, denn schließlich zählt die Musik. Die kommt ähnlich dem Layout der CD einer Achterbahnfahrt gleich. Der eröffnende Titelsong und „To the stars“ beispielsweise erinnern mich an Italo Melodic Metal der übelsten Sorte. Geht „Separated from today“ noch als Durchschnittsware durch, ist „To the stars“ schlichtweg anstrengend für qualitätsgewohnte Ohren. Vielleicht war es der erste Metal Gehversuch der ehemaligen Rock Band. Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Und wenn man sein erstes Album in Eigenregie aufnimmt, kann man in der Regel ja nicht auf allzu viele Songs zurückgreifen, sofern man hungrig auf Öffentlichkeit ist. Ganz anders jedenfalls werden „Forsaken“ und „Mankind’s flaw“ präsentiert: gutklassiger Power Metal mit US Schlagseite. Insbesondere letztgenannter Song klingt phasenweise nach Jag Panzer. Tighte Rhythmik, ein wie gesagt starker Sänger und gut ausgearbeitete Soli sorgen für Begeisterung beim Hörer. Verflucht stark. Es reihen sich der gelungene True Metal Hammer „Sign my name“ und die hörenswerte Ballade „All of it gone“ ein. Mit den Songs sieben bis neun beginnt eine Phase im Album, die irgendwie an Savatage erinnert. Doch dieser Puschen ist der Band viel zu groß, so dass ich mich hier bei den Durchläufen von „Separated from today“ ganz schön quälen musste. Der Rausschmeißer „Revolution“ kommt wieder kraftvoller daher und geht in Ordnung, auch wenn die Vorliebe der Gitarristen für Gehoppel Riffs irgendwann ganz schön nervt.

Die Instrumentalisten von Vanish sind durchaus versiert, und der Sänger hat einiges auf dem Kasten. Auch wenn er sich in dem Bemühen um Vielseitigkeit hier und da verzettelt. Besonders gefällt mir seine tiefere gefühlvolle Vincent Cavanagh Stimme, die viel zu selten zum Einsatz kommt (z. B. in der ersten Zeile von „Secrets“). Meistens bewegt sich Bastian eher in hohen Metal Tonlagen.

„Separated from today“ ist ein solider Anfang für eine Band mit einigem Potential, die aber noch ein wenig auf die Weide muss, um in ihrem Ideenreichtum die Spreu vom Weizen zu trennen.


Tracklist:
1. Forsaken
2. Mankind's Flaw
3. Blind Reflection
4. To The Stars
5. Sign My Name
6. All Of It Gone
7. Secrets
8. Before The Times
9. Coming Home
10. Revolution

5/10 - von Christian